Mit einer handstreichartigen Aktion heizte die Kommunistische Partei Griechenlands den Bilderbergern ordentlich ein. Mit etwa acht Bussen fuhren rund 300 mit roten Fahnen und Lautsprechern ausgerüstete Demonstranten direkt vor das »Nafsik Astir Palace« in Vouliagmeni bei Athen und errangen für etwa eine Stunde die akustische Lufthoheit über den Hügel der Bilderberger.
Die Nerven liegen blank bei den griechischen Polizeibeamten an der letzten Kreuzung vor dem Bilderberger-Hotel in Vouliagmeni. Seit Tagen kontrollieren sie jeden kleinen Smart, der die Uferstraße von Vouliagmeni in Richtung Nafsik Astir Palace hinauffahren will, und nun das. Soeben sind acht große Reisebusse voller kommunistischer Demonstranten an ihnen vorbeigerauscht, um vor dem Nafsik Astir Palace zu stoppen und ihre lautstarken Insassen zu entlassen. Wie das möglich war, ist noch nicht ganz klar, nur geplant und genehmigt war das sicher nicht.

Das sieht man daran, dass die düpierten Beamten nun an der Kreuzung jeden Autofahrer zusammenstauchen, der ihnen in die Quere kommt. Zu
spät, denn die Busse sind schon durch. Ob Köpfe rollen werden, ist nicht die Frage, sondern nur wann. Die Polizisten schreien, pfeifen und fuchteln wild mit den Armen herum. Die Staatsmacht hat völlig die Nerven verloren; dass kein Unfall passiert, liegt allein an der Besonnenheit der Autofahrer. Ein Fahrzeuglenker lässt aus Protest mitten auf der Kreuzung sein Auto stehen und will zu Fuß weiter die Uferstraße hinauf. »Verhaftet mich doch!«, antwortet der Mann, als die Ordnungshüter ihn zurückpfeifen wollen und hält einigen schwarz gekleideten Anti-Terror-Beamten seine gekreuzten Unterarme hin.

Die reagieren jedoch gar nicht. Anders als die normalen
Streifenpolizisten sind sie auf Schlachtenlärm trainiert wie
Militärpferde auf Geschützdonner. Äußerlich steht die im letzten
Anti-Terror-Chic gekleidete Staatsmacht gelassen da, innerlich dürfte es jedoch kochen angesichts dieser herben Niederlage lässig zur Schau getragener Überlegenheit. Wie es aussieht, setzte die Polizei an diesem Kontrollpunkt allein auf die abschreckende Wirkung gegenüber Hausfrauen, Pendlern und Touristen in ihren Personenwagen. Für den Fall, dass jemand einfach duchfahren würde, gab es offenbar keinen Plan B. Tatsächlich zeigt die Aktion die totale Ohnmacht der Staatsgewalt. Denn auf Busse mit Zivilisten zu schießen, dürfte im Umfeld der Konferenz, die es ja gar nicht geben darf, wohl kaum in Frage kommen.

Im Unterschied zu versprengten Protestierern und Grüppchen, die dem
Treiben der globalen Negativ-Eliten hilflos zusehen, demonstrierten die
Kommunisten, was möglich ist, wenn man weiß, was man will, einen Plan und auch genaue Kenntnisse über den Veranstaltungsort hat.
Nachdem ich genügend staatlichen Nervenzusammenbrüchen gelauscht hatte, drückte ich mich an den desolaten Ordnungshütern vorbei, um oben vor dem Bilderberger-Hotel die Demo zu beobachten. Hören Sie hier den Telefonbericht frisch von der Bilderberger-Konferenz (im Gespräch mit Schall und Rauch-blogspot).


Copyright © 2009 Das Copyright für die Artikel von Gerhard Wisnewski liegt beim Autor.