«Vom Nil bis zum Euphrat» soll sich Israel eines Tages erstrecken, steht in der Bibel. Ist dies bloss eine alttestamentarische Erzählung oder das konkrete Ziel der Zionisten? Der Investigativjournalist Gerhard Wisnewski über religiöse Vision und politische Realität.
«DIE FREIEN»: Lieber Herr Wisnewski, welches sind die wichtigsten Beweise dafür, dass Zionisten konkret die Errichtung eines «Grossisrael» verfolgen?
Gerhard Wisnewski: Das habe ich schon in meinem Jahrbuch 2016 geschrieben: Dieser Plan steht im Alten Testament geschrieben, und zwar im 1. Buch Mose, Kapitel 15, Vers 18: «An dem Tage schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben von dem Strom Ägyptens an bis an den grossen Strom Euphrat.» Anschliessend werden noch die dort beheimateten Völker oder Stämme aufgezählt. Dieses den Juden in der Bibel versprochene Land liegt also mitten in dem von den USA geschaffenen nordafrikanischen «Krisengürtel» zwischen Euphrat und Nil. Interessanterweise ist das eine ziemlich genaue Beschreibung der heutigen Kriegs- und Krisengebiete in der israelischen Nachbarschaft. Ausserdem gilt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Offiziell verfolgt die Regierung von Israel keine Politik, die auf ein Grossisrael im Sinne maximaler historischer, biblischer Grenzen abzielt. Es heisst, es gibt keine einheitliche, reale politische Agenda. Innerhalb der sehr unterschiedlichen politischen Lager im Staat Israel sei «Grossisrael» nur eine Minderheitenposition. Wie stark sind die entsprechenden Befürworter wirklich?
GW: So stark, dass sie Israel anführen. Netanjahu selbst träumt von Grossisrael – sage nicht ich, sondern das schrieb die taz schon am 15. Januar 2017. Denn das wollte schliesslich schon sein Vater Benzion Netanjahu – sage wiederum nicht ich, sondern Wikipedia (abgerufen am 31.10.2023). Wäre es nach Netanjahus Vater gegangen, hätte es den Gazastreifen als palästinensisches Gebiet nie gegeben. Und sogar die Süddeutsche Zeitung stellte fest: «Der Vater Benzion Netanjahu ist bekannt im Land als Historiker und knochenharter Verfechter eines Gross-Israel vom Mittelmeer bis zum Jordan» (online, 21.03.2015).
Will Benjamin Netanjahu ganz einfach als der Präsident in die Geschichte eingehen, der Israel «vergrössert», also die Landesgrenzen ausgedehnt hat?
Den vollständigen Artikel sowie das ungekürzte Interview finden Sie hier:
Die Freien
«Vom Nil bis zum Euphrat» soll sich Israel eines Tages erstrecken, steht in der Bibel. Ist dies bloss eine alttestamentarische Erzählung oder das konkrete Ziel der Zionisten? Der Investigativjournalist Gerhard Wisnewski über religiöse Vision und politische Realität.
«DIE FREIEN»: Lieber Herr Wisnewski, welches sind die wichtigsten Beweise dafür, dass Zionisten konkret die Errichtung eines «Grossisrael» verfolgen?
Gerhard Wisnewski: Das habe ich schon in meinem Jahrbuch 2016 geschrieben: Dieser Plan steht im Alten Testament geschrieben, und zwar im 1. Buch Mose, Kapitel 15, Vers 18: «An dem Tage schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben von dem Strom Ägyptens an bis an den grossen Strom Euphrat.» Anschliessend werden noch die dort beheimateten Völker oder Stämme aufgezählt. Dieses den Juden in der Bibel versprochene Land liegt also mitten in dem von den USA geschaffenen nordafrikanischen «Krisengürtel» zwischen Euphrat und Nil. Interessanterweise ist das eine ziemlich genaue Beschreibung der heutigen Kriegs- und Krisengebiete in der israelischen Nachbarschaft. Ausserdem gilt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Offiziell verfolgt die Regierung von Israel keine Politik, die auf ein Grossisrael im Sinne maximaler historischer, biblischer Grenzen abzielt. Es heisst, es gibt keine einheitliche, reale politische Agenda. Innerhalb der sehr unterschiedlichen politischen Lager im Staat Israel sei «Grossisrael» nur eine Minderheitenposition. Wie stark sind die entsprechenden Befürworter wirklich?
GW: So stark, dass sie Israel anführen. Netanjahu selbst träumt von Grossisrael – sage nicht ich, sondern das schrieb die taz schon am 15. Januar 2017. Denn das wollte schliesslich schon sein Vater Benzion Netanjahu – sage wiederum nicht ich, sondern Wikipedia (abgerufen am 31.10.2023). Wäre es nach Netanjahus Vater gegangen, hätte es den Gazastreifen als palästinensisches Gebiet nie gegeben. Und sogar die Süddeutsche Zeitung stellte fest: «Der Vater Benzion Netanjahu ist bekannt im Land als Historiker und knochenharter Verfechter eines Gross-Israel vom Mittelmeer bis zum Jordan» (online, 21.03.2015).
Will Benjamin Netanjahu ganz einfach als der Präsident in die Geschichte eingehen, der Israel «vergrössert», also die Landesgrenzen ausgedehnt hat?
Den vollständigen Artikel sowie das ungekürzte Interview finden Sie hier:
Die Freien
Gerhard Wisnewski
c/o Kopp Verlag, Bertha-Benz-Str.
72108 Rottenburg a.N.