
Millionen Liter Öl sprudeln seit der Explosion der Bohrinsel »Deepwater Horizon« am 20. April 2010 in den Golf von Mexiko, aber wie kann man den schwarzen Saft stoppen? Und was macht man mit den Hunderttausenden von Tonnen, die bereits ausgelaufen sind? Bis jetzt werden nur giftige und umweltschädliche Chemikalien benutzt, die das Problem eher verschlimmern, statt es zu beheben.
»Russische Wissenschaftler glauben, BP pumpt Millionen Gallonen von Corexit 9500, ein chemisches Dispersant, in die Gewässer des Golfes von Mexiko, um die wahre Größe des Öllecks zu verschleiern«, meldete vor einigen Tagen das iranische »Press TV«. Den russischen Experten zufolge sei Corexit 9500 vier Mal giftiger als Öl. Außerdem könne das Gift verdunsten, von Wolken aufgenommen werden, als giftiger Regen zur Erde zurückkehren und so zu einer »unvorstellbaren Umweltkatastrophe« führen, bei der »alle Lebensformen von der untersten bis zur obersten Entwicklungsstufe der Evolution zerstört werden können«.

Und das ist nicht etwa iranische Propaganda. Einem Bericht der Handelsblatt-Website vom 4. Juni 2010 zufolge sprechen Umweltschützer im Zusammenhang mit Corexit bereits von einem »Tschernobyl unter Wasser«. »Ausgerechnet in Großbritannien, dem Heimatland von BP«, sei der Einsatz von Corexit nach verschiedenen Tests »verboten«.
Egal – gleich nach dem Unglück kaufte BP laut »tagesschau.de« vom 21. Mai 2010 bei der Herstellerfirma Nalco erstmal sämtliche Lagerbestände an Corexit auf. Der Nalco-Aktienkurs sei daraufhin um zehn Prozent nach oben geschossen. Durch die »Deepwater Horizon«-Katastrophe habe Nalco bereits 40 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Und das wiederum dürfte BP gefreut haben, denn der Ölmulti sitzt bei Nalco im Aufsichtsrat. Auch nach einer Anordnung der amerikanischen Umweltbehörde EPA, auf das Mittel zu verzichten, habe BP es weiter eingesetzt.
»Gute Alternativen« zu Corexit gebe es allerdings nicht, so die Handelsblatt-Website, »lediglich weniger schlechte«.
Aber das scheint nicht zu stimmen. In Wirklichkeit gibt es eine breite Palette von Produkten zur »Ölpestbekämpfung«, darunter – und das ist wichtig – nach Angaben der Hersteller auch vollkommen ungiftige, die zur rückstandsfreien Auflösung des Öls führen sollen. Zwei davon hat die Schweizer Firma »Oil Treatment International« in Zug entwickelt: »SOT 11« zur Behandlung von Gewässern, also auch der See, und »LOT 11« zur Behandlung ölverschmutzter Böden. Ganz anders als Ölmanager und teilweise auch die Medien Glauben machen wollen, scheint der Einsatz von problematischen Produkten wie Corexit keineswegs »alternativlos« zu sein. Vielmehr sieht es so aus, als könne man Öl sehr wohl im großen Maßstab unter Einsatz von vollkommen unschädlichen Produkten abbauen.
Um einmal eine solche Alternative vorzustellen, führte ich ein Gespräch mit Paul Schuler, Geschäftsführer von »Oil Treatment International« in Zug. Hören Sie selbst.
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