Neu entdeckte Aussagen von bin Laden: »Die Vereinigten Staaten sollten versuchen, die Täter in ihrem Inneren zu suchen«

Siehe da: Osama bin Laden war gar kein Verschwörer, sondern ein »Verschwörungstheoretiker«! In den jetzt von Gerhard Wisnewski entdeckten Aussagen stritt der »Terrorfürst« eine Beteiligung an den Anschlägen des 11. September 2001 nicht nur ab, sondern sagte auch: »Die Vereinigten Staaten sollten versuchen, die Täter in ihrem Inneren zu suchen«. Die US-Regierung selbst hatte entsprechende Aussagen bin Ladens zusammengetragen, aber unter Verschluss gehalten. Das und mehr findet sich jetzt in Gerhard Wisnewskis zum 10. Jahrestag der Anschläge aktualisiertem und erweiterten Bestseller Operation 9/11. Hier ein Auszug:

Osama&Obama/Von Aubiboni

Die Täterschaft von Osama und den Seinen ist erwiesen, glaubt alle Welt. Schließlich hat Osama bin Laden im Herbst 2001 ja ein »vernichtendes Schuldeingeständnis« abgelegt, wie US-Präsident Bush damals befriedigt feststellte. Sie erinnern sich bestimmt an das unscharfe Video dieses etwas dicklichen Herrn mit der weißen Kopfbedeckung und dem langen Bart, das im Dezember 2001 an die Öffentlichkeit kam. Darin offenbarte der angebliche Osama offenbar Vorauswissen von den Attentaten.

 

Auszug aus dem alten Video von 2001 mit dem angeblichen Geständnis bin Ladens

Präsident Bush zeigte sich zufrieden. Doch nicht nur, dass schon bald Skeptiker auf zahlreiche Ungereimtheiten in dem unscharfen Video hinwiesen – wovon die seltsame Erscheinung bin Ladens nur eine war. Überdies nahm das deutsche Fernsehmagazin Monitor auch die englische Übersetzung des ursprünglich arabischen Videos auseinander. »Die von der US-Regierung der Weltöffentlichkeit präsentierte englische Übersetzung ist nicht nur teilweise manipuliert, sondern enthält sogar Fehler«, stellte der damalige Monitor-Chef Klaus Bednarz fest.

Doch für die Vereinigten Staaten stand fest: Bin Laden hatte die Planung der Anschläge gestanden. Dabei hätten die USA es besser wissen müssen. In einem fast 300 Seiten starken Papier hatte der Foreign Broadcast Information Service (FBIS) der CIA, der regelmäßig fremdsprachige Quellen

US-Regierungsreport mit öffentlichen Äußerungen bin Ladens

auswertet und übersetzt, über einen Zeitraum von zehn Jahren öffentliche Äußerungen von Osama bin Laden zusammengetragen.

Der Titel: »FBIS Report: Compilation of Usama bin Laden Statements 1994 – January 2004«. Auf Seite 157 findet sich zum Beispiel ein von der Peshawar Afghan Islamic Press News Agency am 16. September 2001 verbreitetes Statement bin Ladens. Überschrift:»Bin Laden leugnet Verwicklung in die Terroranschläge in den USA«. »Nach den Explosionen in den Vereinigten Staaten zeigen einige Leute mit dem Finger auf mich, aber ich weise das zurück, weil ich es nicht getan habe«, wird bin Laden da zitiert. »Die Vereinigten Staaten haben mich schon immer derartiger, von ihren Feinden begangener Anschläge beschuldigt. Um es nochmal zu sagen, ich habe es nicht getan; die Täter haben dies in ihrem eigenen Interesse durchgeführt. Ich lebe im Islamischen Emirat Afghanistan, und ich habe mit seiner Eminenz Amir ol-Momenin gesprochen, der derartige Angriffe vom Territorium Afghanistans aus nicht erlauben würde.«

Das mag man gern glauben; niemand würde derartige Anschläge von seinem Territorium aus erlauben.

 

Gerhard Wisnewskis aktualisiertes und erweitertes Standardwerk Operation 9/11

Ferner enthält die Sammlung auf Seite 179 auch ein Interview der Zeitung Karachi Unmat mit bin Laden vom 28. September 2001: »Sie wurden beschuldigt, an den Angriffen von New York und Washington beteiligt gewesen zu sein«, fragt der Unmat-Korrespondent bin Laden. »Was möchten Sie dazu sagen? Wenn Sie nicht beteiligt waren, wer könnte es dann gewesen sein?«

Antwort: »Ich habe bereits gesagt, dass ich nicht in die Anschläge vom 11. September in den Vereinigten Staaten verwickelt bin. Als Moslem tue ich mein Bestes, um nicht zu lügen. Weder wusste ich irgendetwas über diese Anschläge, noch würde ich den Tod von unschuldigen Frauen und Kindern und anderen Menschen als einen begrüßenswerten Akt ansehen. Der Islam verbietet es strikt, unschuldigen Frauen, Kindern und anderen Menschen Leid zuzufügen. […] Wer auch immer die Attentate vom 11. September begangen hat, ist kein Freund des amerikanischen Volkes. Ich habe bereits gesagt, dass wir gegen das amerikanische System sind, nicht gegen das amerikanische Volk, während bei diesen Anschlägen normale Leute getötet wurden. […] Die Vereinigten Staaten sollten versuchen, die Täter in ihrem Inneren zu suchen; Leute, die Teil des Systems sind, aber dagegen opponieren. Oder solche, die für ein anderes System arbeiten. Personen, die das gegenwärtige Jahrhundert zu einem Jahrhundert des Konflikts zwischen Islam und Christenheit machen wollen, damit ihre eigene Zivilisation, Nation, Land  oder Ideologie überleben kann.«

Das ist nicht nur eine Anspielung auf Samuel Huntingtons »Krieg der Kulturen«, sondern sogar auf das »Project for a New American Century«. Also auf jenes »Nest der Neocons«, die seinerzeit die amerikanische Regierung beherrschten. Zitiert von einer amtlichen amerikanischen Quelle. Allerdings nur für den »amtlichen Gebrauch«. Für die Öffentlichkeit gab’s nach wie vor nur plumpe Lügen.

Weil wir aber schon mal dabei sind, lauschen wir doch noch einen Moment den O-Tönen von einem bin Laden, wie wir ihn noch gar nicht kannten: »Es kann irgendjemand gewesen sein, von Russland bis Israel, und von Indien bis Serbien. In den USA selbst gibt es Dutzende von gut organisierten und gut ausgerüsteten Gruppen, die eine große Zerstörung anrichten können. Außerdem dürfen Sie nicht die amerikanischen Juden vergessen, die  seit den Wahlen in Florida genug von Präsident Bush haben und sich an ihm rächen wollen. Des Weiteren gibt es Geheimdienste in den Vereinigten Staaten, die jedes Jahr Milliarden von Dollars vom Kongress und der Regierung bekommen. Zu Zeiten der Sowjetunion war diese Geldbeschaffung kein Problem, aber danach gerieten die Budgets in Gefahr. Sie brauchten einen Feind.«

Die Überraschung lautet also: Osama bin Laden war in Wirklichkeit gar kein Verschwörer, sondern ein »Verschwörungstheoretiker«! Der Mann hatte offenbar gar kein Interesse an der ihm von der US-Regierung zugedachten Rolle des islamischen Superschurken …

 

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