Der CO2-Wahn ist schon eine tolle Sache: Familie Knecht wird sich jetzt fünf Tage lang nicht mehr um die Qualität, den Gesundheitswert und die Schadstoffe in den Lebensmitteln kümmern, sondern sich mit einem reinen Phantomproblem befassen, nämlich wie viel des natürlichen Nährstoffgases Kohlendioxid bei ihrer Herstellung angeblich anfällt. Das heißt: In Wirklichkeit kümmert sich zukünftig niemand mehr um echte Schadstoffe in Lebensmitteln und in der Umwelt, sondern nur noch um den Pseudoschadstoff CO2. Mit diesem Taschenspielertrick verschwinden – Simsalabim – sämtliche wirklichen Schadstoffe aus der öffentlichen Wahrnehmung und werden durch einen Phantomschadstoff ersetzt.
Papa, das Klima-Schwein
Die Knechts planen ihre politisch korrekten Klimatage eifrig. »Besonders viel CO2 verursacht natürlich das Autofahren«, heißt es in dem pur+-Beitrag. Und plötzlich steht »Papa Mathias« am Klimapranger. Denn der will darauf nicht verzichten. Sozialer Druck entsteht: »Fünf Mal zur Arbeit und zurück, das sind allein schon 38 Kilo CO2!« Und damit sind schon mal 38 Kilo weg von dem für die fünf Tage erlaubten CO2-Kontingent von 137 Kilo! Papa, das Klimaschwein! Die Konsequenz: Alle müssen ab jetzt Kartoffeln mampfen, damit Papa seinen Hintern mit dem Auto durch die Gegend schleudern kann.

»Um Papas Autofahrten wieder reinzuholen, nimmt Jonas für den Schulweg seinen Roller.« Da haben wir’s – und das, obwohl es regnet! Das arme Kind: »Das ist natürlich bei den Wetterbedingungen nicht optimal«, sagt der kleine Racker. Zu Hause geht derweil das Licht aus: »Kein Fernsehen, kein Computer, kein Garnix.« »Ja, aber Jonas, ich möchte ja auch noch leben«, sagt die verzweifelte Mutter. Nichts da. Politisch korrekt ist nur eine Leiche. Sodann zündet die Familie Knecht Kerzen an – die übrigens auch CO2 erzeugen. Und auch Kerzen werden hergestellt, verpackt und transportiert, wobei ebenfalls CO2 entsteht, aber das sagt der Beitrag nicht. Und siehe: Der gute Papa kauft jetzt auch noch Energiesparlampen. Die verbrauchen zwar bei der Herstellung zehnmal soviel Energie wie eine herkömmliche Glühbirne, aber auch das wird in dem Beitrag nicht gesagt. Davon, dass sie ein Vielfaches von Glühbirnen kosten und wegen ihres Quecksilbergehalts auf den Sondermüll gehören, mal ganz abgesehen.
Abschied von der Pomelo
An diesen kleinen Auslassungen erkennt man unschwer, worum es hier geht: um Propaganda. Die nächste Etappe: Einkaufen. »Milchprodukte zum Beispiel verbrauchen viel Energie in der Herstellung, genau wie Fleisch und Wurst«, belehrt uns pur+. »Hier wird relativ viel CO2 freigesetzt. Das liegt an der aufwendigen Tierhaltung, an der Weiterverarbeitung und am Transport. Viel CO2 verursachen auch Tiefgekühltes und Konserven.«

»Oh weia«, sagt die Mutter, als Jakob im Supermarkt eine Frucht anschleppt: »Wo kommt die her? Aus Asien! Nee – das verbraucht zuviel CO2.« „Der Jakob liebt diese Pomelo“, strahlt Mutter Knecht in die Kamera: »Geht nicht – ist zu weit her geflogen!«
Um Genuss geht es in der Klimadiktatur schließlich überhaupt nicht mehr. Eine Gurke tut’s doch auch. Und wenn der Kleine die Augen zumacht und seine Fantasie bemüht, wird ganz bestimmt eine Pomelo draus. Schwupp, hält ihm die Mama auch schon eine Gurke hin. Na, geht doch.
Die Jagd auf Klima-Schnäppchen
Am Kühlregal setzt sich der renitente Racker schließlich doch noch durch: Butter schmeckt einfach zu gut. »Dabei wäre Margarine eine gute Wahl gewesen«, raunt der Sprecher des Großen Klima-Bruders. »Denn ein Päckchen verursacht gerade mal 600 Gramm CO2.« Ein echtes Klima-Schnäppchen also. »Ein Stück Butter dagegen 5.500 Gramm!« Ähnlich ist das beim Käse. Den griechischen Schafskäse mit Oliven muss sich Mutti also eigentlich abschminken. Nichts da – sie nimmt ihn trotzdem. Aber ob er ihr noch schmeckt? Denn nun hat sie natürlich ein schlechtes Gewissen. Und das ist gut so: Denn Schuldgefühle waren schon immer ein wirksames Herrschafts- und Manipulationsmittel. Siehe Kirche. Das Schlimme ist nur, dass damit nun auch noch Kinder belästigt und indoktriniert werden.
»Also, die Butter zieht uns nach unten«, wird zu Hause festgestellt: »Und der Käse! Kinder – es gibt keinen Käse mehr!«
Eine Kugel für den Klima-Killer
Zu den 38 Kilo CO2 von Papas Autofahrten sind nach den ersten beiden Tagen jetzt noch einmal 40 Kilo dazugekommen – für Essen, Duschen, Wäsche waschen -, »Dinge, die sich einfach nicht ganz vermeiden lassen«. Nicht doch: Das kriegen wir auch noch hin. Eine kleine Kugel, und schon ist der Klima-Killer weg.
Drei Tage später – beim Frühstück: »Jetzt wird keine Sparmöglichkeit mehr ausgelassen, um unter den 137 Kilo zu bleiben.« Das ist, wie gesagt, das CO2-Kontingent für fünf Tage. »Marmeladenbrot ohne Butter schmeckt nicht – muss aber sein«, konstatiert pur+: »Jetzt zählt jedes Gramm. Denn in den vergangenen fünf Tagen fiel den Knechts das CO2-Sparen ab und zu sehr schwer.«
Tja, sie sind eben noch nicht richtig auf Linie. Gestern musste Mutti Knecht die Kinder doch mit dem Auto zur Schule fahren, weil die Kleinen knapp dran waren. Das verursacht natürlich CO2 – und aus war’s mit der Butter auf dem Brot. »Damit das nicht nochmal passiert, sind heute alle schon um sechs Uhr aufgestanden, und Jonas nimmt wieder den Roller.«
Wir sind so verdammt gut …
Sie meinen, das hier ist Satire? Keineswegs: Nach fünf Tagen kommt »die Endabrechnung«. Und schon steht der Klima-Spitzel wieder vor der Tür. Der Klima-Schnüffler ist an der neuen Mangelwirtschaft der Knechts natürlich brennend interessiert. Aber siehe – die Absolution ist den Knechten bzw. Knechts sicher: »Wir kommen auf eine Summe von 127 Kilogramm«, rechnet artig Klima-Papa Knecht vor: »Wir sind drunter Leute!«, freut sich Mutti ein wenig künstlich. Da fehlt es eindeutig noch an ideologischer Schulung und Selbstkritik.
Herzlichen Glückwunsch, Familie Sklave bzw. Knecht: »Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, was Gutes getan zu haben«, meint einer der beiden Söhne. »Ich fand, das Schwierigste war eigentlich die Butter …«, jammert der andere. Papa Knecht »war ganz positiv überrascht, wie die Kinder mitgezogen haben«. Mama »ist sehr stolz auf uns« und hat »wirklich auch das Gefühl, ich kann die Welt verbessern. Das hatte ich vorher nicht«, strahlt sie.
Sauberer ist nur noch der Selbstmord
Operation geglückt, Patient tot – beziehungsweise gehirngewaschen. Das ist ja auch schon mal was. Der Rest kommt dann schon noch. Sauberer ist nur noch der Selbstmord.
Was mich angeht, ich sehe ein hohes CO2-Sparpotenzial ehrlich gesagt vor allem beim Fernseher. Da der ja nicht nur zwei, wie in dem Knecht-Beispiel, sondern meisten so um die fünf bis sieben Stunden läuft, könnte man täglich glatt eine Kilowattstunde Strom sparen, wenn man die Gehirnwaschmaschine abschaltet oder rausschmeißt. Eine Sendung wie pur+ »belastet« die Atmosphäre zum Beispiel mit 45 Gramm CO2. Was man dafür alles Leckeres essen kann!