Hurrikan Sandy: Jackpot für Obama

Hurrikan Sandy/Von NOAA

In den USA wurde der Wahlkampf wegen des »Sandy-Hurrikans« ausgesetzt? Nicht doch: In Wirklichkeit ist »Sandy« der Höhepunkt des Wahlkampfs. Wenige Tage vor den Wahlen nützen derartige Katastrophen immer nur dem Amtsinhaber. Zufall oder Absicht?

Das Timing könnte besser nicht sein: Eine Woche vor den US-Wahlen am 6. November 2012 enterte der Hurrikan Sandy die Ostküste der Vereinigten Staaten und machte sich auf den Weg nach New York.

Sandy wäscht weißer als weiß

Eine Woche ist der ideale Abstand zu einer Wahl, um das Eisen zu erhitzen und zu schmieden, solange es heiß ist. Eine Woche braucht man, um den Präsidenten als Krisenmanager zu inszenieren und in den Köpfen zu etablieren. Bei mehr als einer Woche bestünde die Gefahr des Abklingens der Krise und damit auch des Abklingens ihrer politischen Effekte. Während der Wahlkampf angeblich ausgesetzt wurde, ist die Sturmkatastrophe in Wirklichkeit der Höhepunkt des Wahlkampfs – und der Jackpot für den Amtsinhaber: Der Präsident sagt alle Wahlkampfveranstaltungen ab, um am Krisenmanagement teilnehmen zu können? Natürlich – denn die Pose als Krisenmanager ist nun mal der beste Wahlkampf. Jetzt kann der Präsident als treu sorgender Landesvater erscheinen, der über den parteipolitischen Querelen steht und die Bevölkerung vor dem Grauen der Katastrophe schützt. Da mag der Gegenkandidat Mitt Romney auch noch so verzweifelt ein paar Hilfspakete vor den Kameras schwenken – die Aktion erscheint hilflos und kontraproduktiv. Der Gegenkandidat wirkt wie ein Kind, das auch mitspielen möchte, aber nicht darf. Denn Entscheidungsbefugnisse besitzt nur der Präsident. Wahlkampf, Fernsehdiskussionen –  alles umsonst. Die Traumatisierung durch die Katastrophe radiert alles aus, was vorher war. Sie bewirkt eine perfekte Gehirnwäsche. Das Gehirn des Wählers funktioniert wie eine Wundertafel, die gelöscht wird und auf der plötzlich der Amtsinhaber als Retter erscheint. Romney kann einpacken: Sandy wäscht weißer als weiß.

Absolut tote (Wind-) Hose

Über diese Effekte besteht kein Zweifel, und sie werden in den USA offen diskutiert: »Hurrikan Sandy ist ein Demokrat«, titelte beispielsweise die Nachrichtenseite USNews am 29. Oktober 2012. Auch hierzulande ist klar: Der Sturm ist ein »wichtiger Faktor« im US-Wahlkampf und Obama ein »Krisengewinnler« (Spiegel Online, 31.10.12).

Auf der anderen Seite gibt es bei dem Hurrikan Sandy ein paar Ungereimtheiten. Zum Beispiel die, dass die Hurrikan-Saison im Atlantik längst vorbei ist. Zwar wird sie von den Meteorologen bis zum 30. November terminiert, aber der Höhepunkt dauert nur von Mitte August bis Mitte September. Denn Hauptvoraussetzung für einen Hurrikan sind nun mal starke Sonneneinstrahlung und hohe Wassertemperaturen. Nur dann entstehen über dem Wasser jene starken Aufwinde, die schließlich beginnen, sich in einer tödlichen Spirale zu drehen –  wie in einem auf dem Kopf stehenden Badewannenausguss.  Ende Oktober ist dagegen normalerweise bereits absolut tote (Wind-) Hose. Wie kommt es nun, dass hier genau vor den Präsidentschaftswahlen ein großer Hurrikan in der US-Metropole New York einschlägt? Wo nimmt der Sturm die (Sonnen-) Energie her? In den ganzen 108 Jahren des Bestehens des New Yorker U-Bahn-Systems gab es keine solche Überschwemmungskatastrophe – aber ausgerechnet eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen 2012? Wobei es neben der Wahlhilfe für Obama noch eine radikalere Option gibt oder gab: die Verschiebung der Wahlen aufgrund des Notstandes. Tatsächlich wurde der bereits vor Eintreffen des Hurrikans in verschiedenen Bundesstaaten ausgerufen, unter anderem in New York und Washington D.C.

Krisengewinnler Obama

Hurrikan Sandy – fit wie ein Turnschuh

Papperlapapp – schließlich gab es ja schon immer Hurrikane in New York. Zum Beispiel Hurrikan Donna 1960. Allerdings tobte dieser Sturm von Ende August bis Mitte September, also mitten in der Hurrikan-Saison, und brachte es trotzdem nur auf drei statt 4,23 Meter Wasserhöhe an der Südspitze Manhattans (Battery Park). Nicht doch – da wäre schließlich noch Hurrikan Irene im Jahr 2011. Auch der sorgte immerhin für einiges Chaos und Überschwemmungen in der oder in der Umgebung der Metropole – allerdings am 28. und 29. August 2011, also auf dem Höhepunkt der Hurrikan-Saison und der Energiezufuhr. Interessanterweise zeigt sich Hurrikan Sandy also viel fitter als seine Vorgänger, und das am Ende der Hurrikan-Saison. Woher nimmt er bloß die Energie?

Tatsächlich fragen sich das auch zahlreiche kritische Beobachter. Sie durchleuchten die Entstehungsgeschichte von Sandy und suchen nach Fingerabdrücken von menschlichen Eingriffen: Wo wurde manipuliert? Wo wurde gelenkt? Wo wurde Energie zugeführt?  Da wären zunächst mal so genannte »Chemdumps«, die Skeptiker auf Satellitenfilmen  ausgemacht haben wollen: kreisrunde Wolkenphänomene, die ein bisschen aussehen wie weiße Pickel auf der Wolkenspirale des Sturms und die auf Chemie-Einträge zurückgeführt werden (»Chemdumps«, »Chemtrails«). Während es sich bei »Chemdumps«  um Chemikalien-Abwürfe aus Flugzeugen handeln soll, sollen »Chemtrails« von Sprühvorrichtungen an Flugzeugen verursacht werden. Die physikalischen und meteorologischen Effekte werden allerdings nicht näher ausgeführt. Die Interpretation der Wolkenmuster fällt schwer und erscheint nicht gerade als exakte Wissenschaft. Das gilt auch für die angeblichen Spuren von Infraschall-Anwendungen in den Wolkenmustern. Beweise sehen sicherlich anders aus. Vereinzelte »Chemtrails« innerhalb des gigantischen Sturmsystems können auch normale Kondensstreifen sein und den riesenhaften Sturm kaum beeinflusst haben.  Das gilt auch für einen vermuteten Einsatz von HAARP, einem elektromagnetischen Forschungsprogramm des US-Militärs, das verdächtigt wird, weltweit Energie in das Wettersystem einspeisen zu können.

Sandy-Kurs am 22. Oktober 2012

Am auffälligsten ist wohl der Knick in der Route des Hurrikans Sandy selber. Während er am Montag, den 22. Oktober, noch tangential an der US-Ostküste entlang zog, machte er etwa am 27. Oktober eine radikale 90-Grad-Kursänderung in Richtung Washington und New York –  ähnlich unmotiviert wie die Kursänderungen der entführten Flugzeuge am 11. September 2001. Tatsächlich ist ja die Frage, was ein Hurrikan speziell um diese Jahreszeit an Land zu suchen hat. Normalerweise spielen sich Hurrikane, wie beispielsweise Hurrikan Olga Ende November 2001, derzeit eher über dem offenen Meer ab, wo noch genügend thermische Energie vorhanden ist. Olga bildete sich in der Mitte des Atlantiks, wanderte Richtung Südwesten/USA, um sich bald darauf aufzulösen, ohne auch nur in die Nähe der Ostküste gekommen zu sein.

Sandy-Kurs am 27. Oktober 2012

»In der Politik geschieht nichts zufällig«

Eins steht jedenfalls fest: »In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war«, sagte ein bekannter »Verschwörungstheoretiker« namens Franklin D. Roosevelt, US-Präsident von 1933 bis 1945. Und das betrifft nicht nur irgendwelche rein politischen, sondern auch andere Krisenphänomene. Die Welt wurde schließlich schon immer mithilfe von Krisen gesteuert, egal ob Finanzkrisen, Wirtschaftskrisen, Hungersnöte oder – mit fortschreitender Technik – auch Erdbeben und Wetterkatastrophen. Dass auch Europa noch existenziellere Krisen bevorstehen, liegt wohl auf der Hand – nämlich dann, wenn die Finanzkrise in eine Wirtschaftskrise und von da in noch elementarere Krisen übergeht. Bei KOPP hat man sich daher übrigens entschlossen, nicht nur über Krisen zu reden und zu berichten, sondern das angesammelte Know-How zu nutzen, um auch ganz praktisch Unterstützung zu bieten – durch den neuen Shop-Bereich Krisenvorsorge.

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