In einer Online-Petition fordern Kritiker der bisherigen Ermittlungen im Fall Haider von der österreichischen Justizministerin eine neue, unabhängige Untersuchung. Begründung: »Zu viele Fragen sind noch offen.«
»Als Justizministerin ist es Ihre Aufgabe, für eine objektive und fair arbeitende Justiz zu sorgen, die sicher stellt, dass, so gut es geht, kein Verbrechen unentdeckt und ungestraft bleibt«, schreiben die Petenten. »Beim Tod von Jörg Haider wissen wir nicht, ob es sich um ein Verbrechen handelt. Und Sie können es auch nicht wissen. Denn es wurde schlampig oder halbherzig ermittelt. Zu viele Fragen sind noch offen.«
Anschließend listen die Initiatoren die wichtigsten Fragen auf. Unter anderem:
• Wie konnte Haider innerhalb kürzester Zeit einen Alkoholpegel von 1,8 Promille aufbauen, obwohl er selten mehr als ein Bier (wenn überhaupt) trank?
• Warum hatte Haider zwar Alkohol im Blut, aber nicht im Magen? Wo er ihn doch kurz vor dem Unfall in großen Mengen konsumiert haben müsste.
• Wieso wurde mit vielen Zeugen, die Haider vor dem Unfall sahen, überhaupt nicht gesprochen? Wieso wurde z.B. der junge Mann, den Haider angeblich vor dem Unfall getroffen hat, nicht gesucht, um die »Wodka-Theorie« zu bestätigen? Immerhin war Haider in der Zeit davor nicht betrunken.
• Wieso wurde von Anfang an nur wegen eines Unfalls und nicht etwa wegen Sabotage oder Mord ermittelt, obwohl Haider zahlreiche Feinde hatte und oft bedroht wurde?
• Wurde mit der angeblichen Zeugin nach dem Tod Haiders noch gesprochen?
• Wer balsamierte unmittelbar nach der Obduktion die Leiche ein und warum?
• Warum hatte der Politiker in einem der sichersten Automobile auf dem Markt »keine Ueberlebenschance« (ORF)?
»Wir behaupten nicht, dass es ein Anschlag war«, heißt es in der Petition: »Wir sagen nur, dass bei allem, was die Polizei und die Staatsanwaltschaft bis jetzt gemacht haben, niemand wissen kann, ob es ein Unfall oder etwas anderes war. Denn für keine der Theorien gibt es genug Beweise. Aber wie gesagt sehr viele offene Fragen.«
Man wende sich daher mit der Bitte an die Justizministerin, aber auch an die Witwe Claudia Haider und Haiders langjährigen Mitarbeiter und engen Freund, Stefan Petzner, »neue Ermittlungen in Gang zu setzen«. Dass die Klagenfurter Staatsanwaltschaft »wohl befangen war« und deren »schlampiges Ermittlungsergebnis Gegenstand einer internen Untersuchung sein sollte«, bitte man die Justizministerin zu bedenken »und eine andere Stelle damit zu betrauen«.
