Für die Geiseln war das Ganze sicher kein Spaß. Trotzdem riecht das angebliche PKK-Kidnapping vom Ararat verdächtig nach einer Operettenentführung. Nach nur elf Tagen kamen die am Berg Ararat entführten Deutschen gesund, unversehrt und wohlgenährt wieder frei. Die Entführer bekam sonst niemand zu Gesicht; sie ließen die Geiseln einfach auf einem Hügel stehen und machten sich davon. Ja, aber: Die Forderungen! Nichts da – die ließen sie einfach auch irgendwo fallen.
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| Ararat: Entführung mitten im militärischen
Sperrgebiet? |
Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, hatte es ja gleich gesagt: Die PKK wolle ihre Geiseln in den kommenden Tagen wieder freilassen, wurde er vor einer Woche in den Medien zitiert. Woher der türkische Gouverneur seine intimen Kenntnisse über die PKK bezieht, weiß man nicht. Nur, daß die PKK quasi auf ihn „hörte“: Am 20. Juli 2008 ließen die Entführer ihre drei Geiseln einfach in der Pampa stehen und machten sich aus dem Staub. Das heißt: Pampa ist natürlich falsch. Der Ort der Freilassung wird als „Hügel“ bezeichnet.
Ja, aber hallo! Was ist denn mit den Forderungen? Zum Beispiel:
- die Bundesregierung solle ihre feindliche Kurdenpolitik ändern. Zuletzt hatte das Bundesinnenministerium den PKK-Sender Roj-TV verboten. Die PKK und ihre Nachfolgeorganisationen selbst sind in Deutschland schon länger verboten. Die EU stuft die PKK seit 2002 als Terrororganisation ein.
- die Türkei müsse ihre militärischen Operationen im Gebiet der Entführung einstellen, verlangte eine PKK-Sprecherin namens Sozdar Avesta „Die Gegend ist eine Kriegszone. Wir verlangen dort eine Waffenruhe, damit wir sie freilassen können“, sagte die PKK-Sprecherin.
- die Freilassung müsse von einer internationalen Organisation wie dem Roten Kreuz begleitet werden.
Die stereotype Antwort aus Deutschland: Die Bundesregierung lasse sich nicht erpessen.
Nein? Achso: Wahrscheinlich mußte das den Terroristen einfach mal so deutlich gesagt werden.
Nix für ungut: Wir sind dann mal weg.
Die Freilassung oder „Befreiung“ verlief nach türkischen Angaben erstaunlich berührungsfrei: Die Geiseln seien „offenbar“ durch den „Druck“ der türkischen Armee auf die kurdischen Rebellen freigekommen, berichtete der Focus. Die Geiselnehmer seien „gezwungen“ worden, die Deutschen frei zu lassen, die Militäreinsätze der türkischen Armee hätten sich wie „wie eine Zange immer weiter um sie zugezogen“, zitiert Focus unseren intimen PKK-Kenner Mehmet Cetin. „Die Geiseln“, so Focus, „seien auf einem Berg der Region freigelassen worden und dort etwa eine halbe Stunde später von Sicherheitskräften gefunden worden. “
Wahnsinn, da läuft man durch die Berge, und dann plötzlich: Mensch – die Geiseln!
